Geschichten über Kalbe Milde
 

 


 

 

Geschichte der Wassermühle „Neue Mühle zu Kakerbeck“

Wo es eine "Neue Mühle“ gibt, muss logischer Weise auch einmal eine "Alte Mühle“ existiert haben. Nach allem was bis heute bekannt ist, stand die alte Mühle in der Ortslage von Kakerbeck.
Bei der Ersterwähnung im Jahre 1546, handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit noch um die Mühle in der Ortslage Kakerbeck. Unsere „Neue Mühle“ lag außerhalb von Kakerbeck an der Landstrasse nach Klötze zwischen Kakerbeck und Jemmeritz.

An der Erarbeitung der nachfolgenden Übersicht, haben neben mir noch die heutige Besitzerin der „Neuen Mühle“ Frau Elisabeth Kowalke und der Vorsitzende des Kakerbecker Heimatvereins Herr Alfred Löttge migewirkt. Bei beiden möchte ich mich für die gelungene Zusammenarbeit ganz herzlich bedanken. Im folgenden Text wird die Geschichte der Mühle in chronologischer Reihenfolge dargestellt.


1546 eine Obligation v. Jürgen v.d. Schulenburg über eine Hebung aus der Mühle zu Kakerbeck. Es wird ausgewiesen, dass 1 Wispel Roggen aus der Mühle von Kakerbeck am Michealistag an das Kloster Diesdorf gesendet werden soll. Müller ist Jochim Moller.
(keine sichere Zuordnung der Mühle);(Quelle : *0.1)
1620 ersuchte Frau Ärmgard v. Alvensleben Herrn Werner v. d. Schulenburg (Wittum) - das Amt, den Neuen Müller anzuhalten, dass er nicht zur Ungebühr staute. Es gab also schon einen Stauteich.
(Quelle: *1.4 S.64)
1622 Erwähnung von Streitigkeiten u.a. wegen eines Fischteiches und des Müllers zu Kakerbeck
(mit hoher Wahrscheinlichkeit neue Mühle, Zuordnung aber nicht sicher); (Quelle: *1.1)
1640 Durchbruch des Mühlendamms, Leopold v.d. Schulenburgs Witwe ließ durch ihren Verwalter Lorentz Hoffmann die Gemeinde Kakerbeck bitten, die Erde für die Reparatur zur Verfügung zu stellen. Er versprach die Vergütung zu übernehmen
(mit hoher Wahrscheinlichkeit neue Mühle, Zuordnung aber nicht sicher); (Quelle:*1.1 S. 64)
1656 Die Gemeinde Kakerbeck klagt bei den v.d. Schulenburg, dass der Müller Gärten auf dem Mühlendamm eingezäunt hat, obwohl ihm dies nicht zusteht. Der Müller wiederum behauptet, dass dies schon immer so gewesen sei.
(Quelle:*1.1 S.64)
1669 Hanß Wiebeck, aus der Wiebeckschen Mühle bei Gardelegen, erwirbt die unfern des Dorfes Kakerbeck im Lüneburger Lande gelegene Pacht-Mühle, die Neue Mühle genannt, von Dietrich Hermann von der Schulenburg auf Apenburg, Beetzendorf und Rittleben für 250 Thaler Kaufgeld, davon sofort 175 Thaler und die übrigen 75 in den nächsten drei Jahren zu zahlen (diese Restsumme wird dann erst 1690 gezahlt).
(Quelle:*1.1)
LHASA_2012-01-30_142610
(Quelle:*1.1)
Hanß Wiebeck
*1639 Gardelegen
oo(3) 19.11.1684 Hans Wiebeck heiratet als Witwer
+05.03.1721 Kakerbeck
.
Margarethe Bunese Tochter von Joachim Bunesen Krüger in Rohrberg
*1659 Rohrberg
oo(1) 19.11.1684
+03.1728 Kakerbeck
Kinder
Joachim
Ilse
Hans
Todtgeb. Söhnl.
Todtgeb.Tocht.
Christoph
Catharina Dorothee

*vor 1682
*vor 1682
*30.07.1682
*+29.09.1683
*+06.02.1684
*1686
*1688

.
.
+18.10.1683
.
.
+26.05.1686
+30.10.1764
(Quelle: *2)
1671 Es wird ein Vergleich mit der Gemeinde Kakerbeck geschlossen, der besagt, dass der Müller 1 Tonne Bier oder das Geld dafür geben muss, damit er nicht mehr als 3 Stück Hornvieh von dem gemeinen Hirten treiben lassen kann. Dieses muss er aber selbst bezahlen. Schweine, Gänse, Kälber oder anderes Vieh dürfen nicht gehütet werden. Sollte der Müller mehr Vieh treiben, ist dieses zu pfänden. Es ist ohne Genehmigung des Amtes kein Geld anzunehmen.
(Quelle:*1.1)
1684 Am 19.11.1684 heiratet Hans Wiebeck Margarethe Bunese aus Rohrberg, Tochter des Schulenburgischen Zöllners und Krügers aus Rohrberg. Die Ehestiftungsurkunde ist erhalten geblieben. Brautgabe: "Fünffzig thlr zum Brautschatz Jahrlich mit Achte Thlr in Termino Martini abzutragen, vndt in der Hochzeit mit dem ersten den anfang zu machen vbers dem das Ehrenkleidt, wofür 9 Thlr gezahlet item eine Kiste, eine Verse, zwey schaffe mit lemmrn zum Hochzeittheil zwey Vesser Bier, einen ochsen vor“
(Quelle: *1.2)
1716 Johann Joachim Krüger aus Neuendorf a.D. erwirbt die Mühle, indem er die Tochter des Müllers Catharine Dorothee Wiebeck heiratet,
der Sohn des Müllers verzichtet.
(Quelle: *1.3)
Johann Joachim Krüger
* 25.04.1681 Neuendorf a.D.
oo 09.06.1716 Kakerbeck
+ 21.06.1749 Kakerbeck
Catharine Dorothee Wiebeck
* vor 1682
oo 09.06.1716 Kakerbeck
+ 30.10.1764 Kakerbeck
Kinder
Johann Jürgen
Anna Luise
Hans Joachim
Albrecht Friedrich

*06.08.1717
*02.09.1719
*12.02.1721
*09.01.1723

+ 15.06.1794
.
.
(Quelle: *2)
1733 LHASA_2012-01-30_142610Beide Müllersöhne werden von einem Werbeoffizier des Königl. Preussischen- Hochfürstlichen Prinz Leopold Maximilian zu Anhalt - Dessauischen Regiment aus Stendal auf der Landstraße angesprochen, bedroht und mit Stößen traktiert. Im Ergebnis erhalten beide einen Einberufungsbefehl, der von Johann Krüger ist beigefügt. Die beiden Schulzen von Kakerbeck werden ersucht, die Mühle mit möglichst vielen Personen zu besetzen, um Streitigkeiten mit der Brandenburger Seite abzuwenden. Da die Mühle aber nicht auf preussischem sondern auf braunschweigischem Gebiet liegt, erhebt der Müller Johann Joachim Krüger Einspruch dagegegen. Daraus folgt ein längerer Gerichtsstreit, in derem Ergebnis der Dienst aber nicht angetreten werden braucht.
(Quelle: *1.4 S.40)
1743 Hans Jürgen Krüger wird als Müllermeister auf der neuen Mühle genannt,
lt. Kirchenbuch von Kakerbeck
Johann Jürgen Krüger
*06.08.1717 Kakerbeck
oo (1) ?
oo(2)12.11.1749 Kakerbeck
+15.06.1794 Kakerbeck
(1) Anna Maria Hoppe
*30.09.1722 Immekath
+ 24.02.1749 Kakerbeck
(2) Anna Catharina Lüders
* 1722 aus Wiepke
+30.08.1798 Kakerbeck
Kinder
Johann Joachim
Joachim Friedrich
Catharina Dorothea
Todtgebor. Kind
Johann Friedrich
Dorothea Elisabeth
Maria Sophia
Anna Elisabeth
Catharina Maria
Anne Dorothee
Anna Maria

*21.04.1747
*22.11.1743
*31.05.1745
*+19.02.1749
*12.12.1750
*26.12.1752
*11.10.1755
*21.04.1758
*20.11.1760
*06.03.1763
*13.07.1766

+24.12.1818
+20.10.1772
.
.
.
+26.03.1757
.
+05.12.1789
+27.03.1845
.
(Quelle: *2)
1745 König Georg stellt zu Hannover Herrenhausen, am 09.07.1745, den v. d. Schulenburg einen Lehnsbrief aus, in dem in Kakerbeck 2 Mühlen, 4 Höfe, 2 Kotten und die Rüben Stücke erwähnt sind.
(Quelle: *1.4 S.46-48)
1749 als Hans Jürgen Krüger heiratet, wird ihm befohlen zur Hochzeit den Musikanten Bartig aus Kakerbeck und keine fremden oder Beetzendorfischen Musikanten zu nehmen, solche sind, wenn sie erscheinen, an das Amt zu liefern.
(Quelle: *1.4 S.63)
1761 wurde der Sohn des Müllers ausgehoben (Einberufung zum Militär), daraufhin stellt der Müller einen anderen, Namens Braunschweig. Er hat dafür 50 Thaler entrichtet.
(Quelle: *1.4 S.63)
1779 Die Gemeinde Kakerbeck führt Beschwerde bei den von der Schulenburg darüber, dass der Müller Han Jürgen Krüger widerrechtlich 2 Elsen abgehauen hat. Dies führt dazu, dass in einem umfassenden Schriftsatz geklärt wird, dass die Mühle zum Lehen der von der Schulenburg gehört, im Gegensatz zur Mühle in Kakerbeck abgabefrei ist und der Gerichtshoheit der von der Schulenburg untersteht. Im Ergebnis wird die Beschwerde abgewiesen.
(Quelle: *1.4)
1791 übernimmt der Sohn Johann Joachim Krüger die Mühle,
lt. Kirchenbuch
Johann Joachim Krüger
* 21.04.1747 Kakerbeck
oo 01.11.1791 Kakerbeck
+24.12.1818 Kakerbeck
Anne Dorothea Müller
*29.01.1767 Recklingen
oo 01.11.1791 Kakerbeck
+27.03.1829 Kakerbeck
Kinder
Dorothee Sophia Wilhelmine
Johann Joachim
Dorothea Elisabeth
Anne Maria

*05.08.1801
*28.03.1793
*01.04.1796
*07.02.1799

+20.06.1870 Engersen
+23.01.1834
.
.
(Quelle: *2)
1819ein weiterer, Johann Jochim Krüger, übernimmt die Mühle,
lt. Kirchenbuch von Kakerbeck.
Johann Joachim Krüger
* 28.03.1793
oo 24.10.1819 Kakerbeck
+23.01.1834 Kakerbeck
Dorothea Elisabeth Müller
*Apenburg
oo(1) 24.10.1819 Kakerbeck
+13.06.1880 Kakerbeck
Kinder
Marie Dorothee
Dorothee Wilhelmine
Joachim Friedrich
Dorothee Elisabeth
Friedrich Herrmann

*05.07.1822
*13.11.1825
*29.10.1827
*29.06.1830
*03.01.1834

+26.05.1856
.
+15.06.1888
+10.12.1834
+24.02.1855
(Quelle: *2)
1834 übernimmt Dorothea Elisabeth Krüger nach dem Tode ihres Mannes die Mühle, sie heiratet Johann Heinrich Christoph Hoppe, der die Mühle als Interimswirt führt.
Johann, Heinrich Christoph Hoppe
*1803
oo Oct. 1834 in Klötze
+ 27.02.1872 Kakerbeck
Dorothea Elisabeth Müller
*Apenburg
oo(2) Oct. 1834 in Klötze
+13.06.1880
Kinder
Joachim Heinrich Wilhelm Hoppe
(Er heiratet 1868 nach Peertz)
todtgeborener Sohn
Sophie Friedericke Wilhelmine

*18.12.1836 Kakerbeck
.
*+22.05.1843
*28.06.1845

+21.11.1912
.
.
+nach 1872
(Quelle: *2)
(Quelle:*)1.3
1837Mühlen-Übergabevertrag der Dorothea Elisabeth Hoppe, verwitwete Krüger, an ihren Sohn Joachim Friedrich Krüger.
Joachim Friedrich Krüger
*29.10.1827 Kakerbeck
oo16.10.1857 Kakerbeck
+15.06.1888 Kakerbeck als Kossath
Anna Dorothea Koenig
* in Mieste
oo16.10.1857 Kakerbeck
+10.08.1889 Kakerbeck
Kinder
Anne Marie Magdalena
Joachim Friedrich, - heiratet am 21.06.1898 Friedericke Marie Müller
Joachim Friedrich
Joachim Gustav
Anna Marie Dorothea - heiratet Otto Hoyer und verzieht nach Burg
Heinrich Richard

*03.11.1858 Kakerbeck
*20.12.1859.
*03.01.1863
*07.09.1868
*16.06.1870
*12.01.1872
+08.02.1874
+21.11.1898
.
+30.01.1876
.
+28.01.1876
(Quelle: *2)
1857 Der Mühlenbesitzer Joachim Friedrich Krüger lässt eine Hypothek über 1.000 Thaler für den Kaufmann Friedrich Kruse (aufgenommen am 08.01.1842) löschen. In einer anderen Urkunde wird bestätigt, dass Anna Dorothea, geb. König 2.500 Thaler mit in die Ehe einbringt.
(Quelle: *4)
Wohnhaus mit Mühle
(Quelle:*5
1873 Im Kirchenbuch erscheint als Patin Frau Mühlenbesitzer Krüger.
(Quelle: *2
1874 Im Kirchenbuch erscheint als Patin Frau Mühlenbesitzer Hoppe.
(Quelle: *2
1875 Joachim Friedrich Krüger (jetzt Ackermann) verkauft die Mühle und einen Teil der Ackerflächen an Wilhelm Hoppe, seinen Stiefbruder.
Joachim Heinrich Wilhelm Hoppe
*18.12.1836 Kakerbeck
oo(1) 17.11.1868 nach Peertz
oo(2) 01.04.1899 Kakerbeck
+ 21.11.1912 Kakerbeck
.
* 06.06.1836 Peertz, +09.08.1892
oo(1) Marie Friedericke geb. Hoppe
oo(2) Luise Bertha Maria Dorothea geb. Kausch
*04.09.1866
oo(2) 01.04.1899 Kakerbeck
+
Kinder
Joachim Friedrich Wilhelm Hoppe
Friedrich Gerhard Martin
Helene Bertha Erna

*21.02.1875 Kakerbeck
* 09.1899
* 10.08.1901

.
.

(Quelle: *2
1890 Marie Fridericke Hoppe wurde krank, noch ehe der Sohn Joachim Friedrich Wilhelm konfirmiert wurde. Minna wurde bettlägerig. Für den Vater (Joachim Heinrich Hoppe) war dies eine Katastrophe. Sie fiel als Arbeitskraft aus und es musste eine Pflegerin, die junge Berta, eingestellt werden. Berta war gerade 18 Jahre, als sie auf den Hof kam. Sie war nur acht Jahre älter als Sohn Wilhelm. Sie versorgte die kranke Bäuerin, erzog den noch unmündigen Wilhelm und kümmerte sich auch noch um den Haushalt. Es waren schwere Zeiten, sie dauerten fast fünfzehn Jahre. Dann starb Minna. Die 30-jährige Berta war weiterhin unentbehrlich. Zu damaliger Zeit waren die Männer absolut hilflos im Haushalt, seis das Kochen und Backen, die Wäsche oder der Gemüsegarten – von alle dem verstand Wilhelm senior nichts. Was lag näher, als dass er die Pflegerin seiner Frau heiratete.
(Quelle: *3)
Messtischblatt 1902
(Quelle:*5)
1911 Müller Wilhelm Hoppe sen. übergibt die Mühle seinem Sohn Wilhelm Hoppe Junior. Der Vater hatte ihn, sobald das möglich war, zum Müller ausbilden lassen. Er kam auf die Müllerschule in Worms am Rhein. Bauer wurde er sowieso durch Mitarbeit auf dem väterlichen Hof.
(Quelle: *3)
Mühle
(Quelle:*5)
Wassergraben
(Quelle:*5)
Joachim Friedrich Wilhelm Hoppe übernimmt die Mühle mit Schulden, gleichzeitig muss er Stiefbruder und Stiefschwester auszahlen. Es wurde ein umfangreicher Übergabe- und Altenteilsvertrag zwischen Vater und Sohn geschlossen, in dem alles genau geregelt wurde. Der Wert des Hofes betrug damals 68.000 Mark. Wilhelms Verpflichtungen umfassten sieben Paragrafen. Da war nicht nur die Versorgung des Seniors und die lebenslange Überlassung des halben Hauses als Wohnung an die Eltern, sondern darüber hinaus auch eine Abfindung von insgesamt 9.000 Mark an seine Halbgeschwister festgelegt, sobald sie volljährig waren oder sich verheiraten und eine lebenslängliche Jahresrente von 300 Mark an seine Stiefmutter, sobald sie Witwe würde. Die Schulden, die Verpflichtungen und die sinkenden Beleihungswerte der Immobilie durch die Vorahnungen des 1. Weltkrieges führten im Juni 1914 zur Zwangsversteigerung .
(Quelle: *3)
1914 Zwangsversteigerung: Der neue Eigentümer wird das Bankhaus Wertheim Braunschweig. Bertha Hoppe muss mit ihren beiden Kindern, Friedrich Gerhard Martin und Helene Bertha Erna aus der Mühle ausziehen. Der Sohn aus erster Ehe Joachim Friedrich Wilhelm Hoppe darf bleiben. Er bewohnt die Müllerstube in der Mühle und kümmert sich als treue Seele um die Fischteiche bis zu seinem Tode im Winter 1946/47.
(Quelle: *3)
1916 August Schulz kauft die Neue Mühle (der vorherige Eigentümer das Bankhaus aus Braunschweig macht reichlich Gewinn). Die Familie Schulz bestand aus den Eltern und 5 Kindern, davon 3 Erwachsene. Dadurch konnte die Mühle, aber auch die Landwirtschaft gut betrieben werden. Auch die Schweinezucht erfuhr einen Aufschwung, nachdem auf dem neuen Schweinestall ein neues Dach mit Entlüftung gebaut wurde und eine extra Wohnung für den Schweinemeister entstand.
August, Heinrich, Christian Schulz
* 14.12.1860 Rohrberg
oo 13.11.1891
+ 20.03.1937 Kakerbeck
.
Friedericke, Dorothea Krüger
* 07.08.1861 Hohen Henningen
oo 13.11.1891
+25.01.1940 Kakerbeck
Kinder
Richard (anderer Vater)
Martin
Adolf
Elli
Wilhelm
Frida

* 13.10.1885
* 10.11.1892
* 20.07.1894
* 04.07.1896
* 14.12.1898
* 16.10.1903

+ 18.12.1917
+ 10.03.1971
+ 13.10.1939
+ 1989
+ 29.04.1945
+ 21.05.1992
(Quelle: *2)
1930 Im Jahr 1930 übergibt August Schulz, inzwischen 70 Jahre alt, die Mühle an seinen Sohn Adolf. Er starb bereits 1939, leider viel zu früh mit 45 Jahren an einer verschleppten Mittelohrentzündung. Er hinterließ seine Frau Else und drei minderjährige Kinder. Dadurch brach eine schwere Zeit für Familie und Gehöft an. Die jetzige Eigentümerin Else Schulz bekam durch ihren Bruder Konrad Schulze tatkräftige Hilfe. Er führte den Hof und die Mühle mit seiner Schwester durch die schwere Kriegs- und Nachkriegszeit. In der Mühle arbeitete ab Mitte der 30-er Jahre der Müller Rudolf Brauer. Die Mühle wurde elektrifiziert, so dass sowohl alternativ mit Wasserkraft oder mit Strom gemahlen werden konnte.
Adolf Schulz
* 20.07.1894 Rohrberg
oo 24.10.1930 Kakerbeck
+ 13.10.1939 Salzwedel
Else Schulze
* 13.07.1902 Klein Apenburg
oo 24.10.1930 Kakerbeck
+ 24.01.1963 Gardelegen
Kinder
Adolf
Elisabeth
Ingeborg
Lieselotte
.
* 1931
* 1933
* 1935
* 1938
.
+ 1932
.
.
.
(Quelle: *2)
1945 Nach dem Krieg wird noch Mehl gemahlen. Später, ab 1960 bis etwa 1967, wurde nur noch geschrotet. Der Mühlenbetrieb wurde eingestellt, danach wurde in Kakerbeck eine Hammermühle in Betrieb genommen.
Lageplan
(Quelle:*5)
1960 Gründung der LPG – viele nicht mehr genutzte Scheunen im Dorf und auch die Mühle verfallen
Es führten verschiedene Umstände zum Verfall der Anlagen und des Hofes einschließlich der Mühle.
Es sind zu nennen: die Arbeitsteilung und Kollektivierung der Landwirtschaft, die schwere Nachkriegszeit mit den großen Abgaben an Soll für die Bauern über 20 ha Betriebsgröße, geringe finanzielle Einnahmen verbunden mit nur wenig Kapital für Produktion und Investition. Dann gab es keinen als Landwirt tätigen Hoferben. Das Ergreifen landwirtschaftsfremder Berufe der Töchter ist der damaligen Situation, dass sie für sich persönlich keine Zukunft in der Landwirtschaft sahen, geschuldet.
1963 Frau Else Schulz starb im Jan. 1963. Der Bruder von ihr wohnte längst in der Ortslage Kakerbeck. Zu diesem Zeitpunkt kam die Verwaltung des Wohnhauses in staatliche Hände. Ab etwa 1975 wohnten keine Mieter mehr im Wohnhaus. Das Gebäude war vom Verfall gezeichnet.
Anfang der 80-er Jahre erfolge dann eine Teilenteignung. Das Wohnhaus des Schweinemeisters wurde Volkseigentum und an die Bewohner ein Nutzungsrecht vergeben.
Erbin wird die älteste Tochter von Adolf Schulz, Elisabeth Kowalke, geb. Schulz. Elisabeth Kowalke lebte seit 1954 in Berlin (West). Es wurde ihr nicht erlaubt zur Beerdigung ihrer Mutter nach Kakerbeck zu kommen. Versuche, sich um die Mühle zu kümmern, scheiterten an der Abweisung der staatlichen Organe.
In den 60-er Jahren kam es durch mutwillige Zerstörung der Teiche zu einer Überschwemmung der Wiesen. Die Schneeschmelze verursachte durch Querauftreffen der Wassermassen auf den Mühlenbach das Wegspülen der Seitenböschungen. Als Gegenmaßnahme wurde der obere Wasserlauf stillgelegt, der Graben in der Wiese vertieft und verbreitert, um das gesamte Wasser des Mühlenbaches aufzunehmen und abzuführen. Seitdem sind das alte Bachbett von Alt-Jemmeritz her und alle Teiche ohne Wasser.
Wohnhaus mit Mühle
(Quelle:*5)
1985 In den 80-er Jahren wurde das Wohnhaus einschließlich der Mühle auf Anordnung der staatlichen Organe abgerissen. Diese Maßnahme diente der Beseitigung von "Unterschlupfmöglichkeiten für subversive Elemente“ und von Gefahrenquellen.
1990 Die "Neue Mühle“ oder die Reste davon werden durch die Familie Kowalke wieder in Besitz genommen. Der Kuhstall wird zum Wohnhaus umgebaut.
Das Wohnhaus des Schweinemeisters wurde vom Staat zurückgekauft.
Luftbild
(Quelle:*5)
Die Mühle Wie die Mühle in früheren Jahrhunderten ausgesehen hat, können wir nicht sagen. Das von Fotos her bekannte Wohnhaus und die Wassermühle (erbaut wahrscheinlich Anfang des 19. Jhdt. - die Scheune wurde laut einer Balkeninschrift am 22.04.1837 erbaut.) waren in einem Gebäude untergebracht. Im Wohnhaus existierten 2 Stockwerke und in der Mühle 4 Stockwerke. Dadurch waren geringe Höhen vorhanden, die das Arbeiten erleichterten. Auch war ein Aufzug vorhanden. Der Eingang zur Mühle war ebenerdig, während man zum Wohnhaus über eine Steintreppe gehen musste. Der große Vorteil in der Neuen Mühle war das dort vorhandene, im Vergleich zur alten in Kakerbeck gelegenen Alten Mühle, größere Gefälle des Baches. Dadurch konnte die Mühle durch ein entsprechend größeres oberschlächtiges Wasserrad angetrieben werden.
Der Wasserlauf muss in früheren Zeiten so verändert worden sein, dass er als Oberlauf, oberhalb des Wasserrades ankam.
Einen noch größeren baulichen Aufwand erfordert der Antrieb durch eine Wasserturbine. Der alte Bachabschnitt im Wiesengrund bekam weiterhin über eine Überlaufkante regelmäßig etwas Wasser vom Hauptstrom ab und funktionierte außerdem noch als Umlaufbach, wenn der Stauteich geleert wurde. Das Wasser des Stauteiches war kristallklar und reich an Fischen wie Forellen und Karpfen.
Das Wasser aus dem Stauteich wurde, wenn die Maschinerie in Betrieb gesetzt werden sollte, in einen Schacht geleitet. Der Wasserdruck am Boden des mit Wasser gefüllten Schachts trieb ein unten befindliches Schaufelrad mit senkrecht stehender Achse an, dessen Drehbewegung über ein Kegelrad auf eine horizontale Achse übertragen wurde. Die Achse – mit entsprechender Abdichtung – führte in das Mühlengebäude, wo wiederum mittels eines Kegelrads die Achsenlage verändert wurde und schließlich die Mahlsteine bewegt wurden.
Das "kraftlose“ Wasser wurde unter dem Schaufelrad in den Unterlauf des Baches abgeführt. Die mittlere natürliche Zuflussmenge betrug 0,5 cbm/sek und bei Vollast 1,8 cbm/sek. Die Nutzfallhöhe bei Vollast betrug 0,3.
(Quelle: *3)
Mühlenbach Bei dem Bach handelte es sich um die meist nach ihrem Quellort bezeichnete Schwiesauer Bäke. Er entspringt nicht im Ort, sondern auf dem benachbarten Wiesengelände, auf etwa 75 m Höhe über dem Meeresspiegel (NN), 3 km nordwestlich vom Gipfel des „Schwarzen Bergs“, der mit 160 m höchsten Erhebung in der sonst recht flachen Altmark. Das Gebiet gehört zu den Hellbergen. Die Hellberge sind Teil des Zichtauer Forstes, Quellgebiet für weitere in andere Richtungen fließende Bäche. Unsere Bäke fließt 6 km zunächst durch Wiesen, sodann durch Wald (Jemmeritzer Heide) an Altjemmeritz vorbei, einem ehemaligen Gutshof mit Dorf, weniger als zwei Kilometer oberhalb der Mühle gelegen. Ihre Wasserspiegelhöhe beträgt jetzt nur noch etwa 50 m NN. Der Bach fließt weiter am Fuße eines langgestreckten bewaldeten Sandhügels entlang, sodann ein Stück parallel zur Straße Kakerbeck–Klötze und schließlich durch ein Wiesengebiet bis zur Neuen Mühle, nach deren Durchfluss bzw. nach dem Abfall im Unterlauf weiter an der Seite des Pferdestalls entlang, quert sodann mittels eines Rohrdurchlasses den Weg, der neben einem kleinen Park zu Wiesen und Äckern führt und fließt danach weiter nach Kakerbeck, links von Garten- und Ackerland und rechts von einem Feldweg begrenzt. In Kakerbeck erreicht er nach weniger als einem Kilometer die Alte Mühle, die mittels eines oberschlächtigen Wasserrades angetrieben wurde. Diese Mühle wurde noch bis einige Jahre nach dem Ersten Weltkrieg betrieben. Der Bach unterquert in Kakerbeck die Bundesstraße 71 und fließt anschließend etwa einen Kilometer parallel zum Ort. Auf neueren Karten heißt er jetzt Mühlenbach. Er mündet nach ein paar weiteren Kilometern zwischen Cheinitz und Zehtlingen, jetzt auf gut 30 m über NN, in die obere Milde und schließlich in die Milde. Nach zweimaligem Namenswechsel – Biese und Aland – mündet dieser Fluss bei dem Städtchen Schnackenburg außerhalb der Altmark in die Elbe.
(Quelle: *3)

Quellenverzeichnis

(0.1) Riedels Codex diplomaticus Brandenburgensis, Geschichte der Mark Brandenburg, Berlin G Reimer 1862, vermischte altmärkische Urkunden Nr. CDVII, 25. Nov. 1546
(1.1) Landeshauptarchiv Sachsen-Anhalt, Abteilung Magdeburg, Da 40 Amt Klöltze, VII Nr. 2, Bl. 20v-21r
(1.2) Landeshauptarchiv Sachsen-Anhalt, Abteilung Wernigerode Rep H Beetzendorf II Anhang Nr. 2911
(1.3) Landeshauptarchiv Sachsen-Anhalt, Abteilung Magdeburg, C 20 V Generalkommission/Landeskulturamt Merseburg, Sep. Kakerbeck K Nr. 6
(1.4) Landeshauptarchiv Sachsen-Anhalt, Abteilung Magdeburg, Da 40 Amt Klötze, VII Nr. 2, Bl. 38
(2) Kirchenbuch der Gemeinde Kakerbeck
(3) Altmarkblätter 17 Jg. Nr. 42 v. H Eggert
(4) Grundbuchakten Barby
(5) private Fotos
 
 
 
 
 
   
  
 

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